Vortraege

Fortbildungssymposium für Ärzte/innen und Psychologische Psychotherapeuten/innen und Angehörige anderer Medizinischer Fachberufe

"Multiprofessionelle Aufgaben in ärztlicher Praxis und Trauerbegleitung am Lebensende"

 
am Mittwoch, 30. September 2020, 14:30 c.t. bis 19:00 Uhr
im Forschungs- und Entwicklungszentrum, Alfred-Herrhausen-Str. 44, 58455 Witten
Es handelt sich um ein Fortbildungssymposium für Ärzte/innen und Psychologische Psychotherapeuten/innen und Angehörige anderer Medizinischer Fachberufe.
 
 
Abschiedsprozesse sind Teil der letzten Lebensphase. Aus diesem Grunde gehört das Thema Trauer auch zum palliativen Versorgungsauftrag.
 
Die Konzeption der Veranstaltung basiert auf folgenden Gedanken:
  • Zum einen ist da die demographische Entwicklung in der Gesellschaft, mit der die Anzahl hilfsbedürftiger und schwerstkranker Menschen mit chronischen Erkrankungen zunimmt.
  • Zum anderen sollte den unterschiedlichen Vorstellungen und Bedürfnissen der Betroffenen von der Gestaltung der letzten Lebensphase Rechnung getragen werden.
Die Umsetzung dieses Rechts eines jeden Menschen auf adäquate Begleitung und ein Sterben unter würdigen Bedingungen stellt eine Herausforderung sowohl für das Gesundheitssystem als auch für die Gesellschaft dar. In der Palliativversorgung, der Hospizbewegung und der Trauerbegleitung wird daher versucht, neue Antworten auf die Lebenslage schwerstkranker und sterbender Menschen zu finden.
 
Wie zu jeder Zeit ihres Lebens sind die Menschen auch in der letzten Lebensphase in ein soziales Netz eingebunden. Dieses umfasst neben den Sterbenden deren An- und Zugehörige sowie alle Menschen, die mit der Versorgung befasst sind. All diese Personengruppen können in der letzten Lebensphase der*des Erkrankten zahlreiche unterschiedliche Verluste erleiden. Der erkrankte Mensch verliert zum Beispiel körperliche Fähigkeiten, die Angehörigen müssen Abschied nehmen von einem Leben, wie es einmal war, und die Fachkräfte von vertrauten Gesichtern.
 
Die Akademie für medizinische Fortbildung der ÄKWL und der KVWL und die Trauerarbeit Hattingen e. V. heißen Sie zu der Veranstaltung in Witten herzlich willkommen.  
 
 

Inhalte und Referent/innen der Fortbildung 

Prof. Dr. med. Andreas Tromm leitet durch den Nachmittag mit verschiedenen Vorträgen zu den Themen „Multiprofessionelles Arbeiten in der ambulanten Palliativversorgung in Westfalen-Lippe Wunsch oder Wirklichkeit?“, „Was bedeutet Trauer für die Seele?“, „Beziehung und Abschied - Trauergefühle in der Arbeit mit Schwerkranken und sterbenden Menschen“ und „Ganzheitliche hausärztliche Begleitung bis zum Lebensende“. Die Fortbildung wird von einem Imbiss und Musik von Klavier begleitet.

 

Multiprofessionelles Arbeiten in der ambulanten Palliativversorgung in Westfalen-Lippe Wunsch oder Wirklichkeit?

Bedürfnisse der Betroffenen – Anforderungen an die Sektorenübergreifende Versorgung: Es ist Aufgabe der multiprofessionellen Teams, Risikofaktoren zu identifizieren, die zu belastenden und problematischen Entwicklungen führen können. Darüber hinaus gehört es zu ihren Aufgaben, Betroffenen bedarfsgerechte Unterstützungsleistungen anzubieten.

PD Dr. med. Eberhard Albert Lux,
Chefarzt der Klinik für Schmerz- und Palliativmedizin, Katholisches Klinikum Lünen-Werne GmbH
 
 

Was bedeutet Trauer für die Seele?

Derjenige Mensch, der trauert, erfüllt zwar einerseits die medizinischen Kriterien für eine Depression, ist andererseits aber nicht als erkrankt anzusehen. Dies erscheint dem medizinischen Laien zunächst widersprüchlich und bedarf der Erklärung. Dieser Vortrag soll dem Zuhörer vermitteln, wie die Faktenlage um das Thema Trauer aus psychiatrisch-medizinischer Sicht einzuordnen ist und welche Aufgaben somit dem Arzt und Psychotherapeuten in der Behandlung von Trauer zuzuschreiben sind.
 
PD Dr. med. Bernhard Kis,
Chefarzt der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik, St. Elisabeth-Krankenhaus Niederwenigern 
 
 

Beziehung und Abschied - Trauergefühle in der Arbeit mit Schwerkranken und sterbenden Menschen

Das Dilemma zwischen Beziehung und Abschied fordert uns in der täglichen Arbeit. Wie können wir gut in der eigenen Balance bleiben und trotzdem Beziehungsangebote für schwer erkrankte und sterbende Menschen schaffen ohne auszubrennen?
 
Susanne Haller,
Leiterin der Elisabeth-Kübler-Ross-Akademie® des Hospiz Stuttgart.
 
 

Ganzheitliche hausärztliche Begleitung bis zum Lebensende

Als Hausärzte kennen wir „unsere“ Patient*innen und deren Zu-/Angehörige über Jahre. Wir begleiten Lebensgeschichte, Bewältigungsstrategien, Krankheitsverläufe, Heilungserfolge und die Erkenntnis lebenslimitierend erkrankt zu sein. Wir haben Lotsenfunktion in einem multiprofessionellen Versorgungsnetzwerk. Im ganzheitlichen Sinne geht es darum, palliative Patienten (und ihr Umfeld) in ihrer Balance von Körper, Geist und Gefühlen/Seele zu unterstützen. Der Vortrag vermittelt Praxisbeispiele aus der hausärztlichen Praxis unter PKD-Perspektive (Palliativmedizinischer Konsiliardienst)

Gabriela Schorr,
Fachärztin für Allgemeinmedizin, Palliativärztin, klassische Homöopathin, Hagen/Bochum
 
 

Wissenschaftliche Leitung / Organisation

 
Prof med. Andreas Tromm 
(Chefarzt der Klinik für Innere Medizin am Ev. Krankenhaus Hattingen gGmbH, Vorsitzender Trauerarbeit Hattingen e.V., Hattingen)
 
Annedore Methfessel
(Evangelische Theologin und Pastoralpsychologin, Lehrsupervisorin DGfP, Geschäftsführung Trauerarbeit Hattingen e.V., Hattingen)
 
Annette Wagner 
(Diakonin und Pädagogische Leitung des Kinder- und Jugendtrauerzentrums traurig-mutig-stark, Witten)
 
Elisabeth Borg 
(Leiterin Ressort Fortbildung, Ärztekammer Westfalen-Lippe)

 

 
 
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