Vortraege

Fortbildungssymposium für Ärzte/innen und Psychologische Psychotherapeuten/innen und Angehörige anderer Medizinischer Fachberufe

"Kultursensible Aspekte im Umgang mit lebensverkürzender Diagnose"

 
am Mittwoch, 9. Oktober 2019, 14:30 c.t. bis 19:00 Uhr
im Forschungs- und Entwicklungszentrum, Alfred-Herrhausen-Str. 44, 58455 Witten
Es handelt sich um ein Fortbildungssymposium für Ärzte/innen und Psychologische Psychotherapeuten/innen und Angehörige anderer Medizinischer Fachberufe.
 
 
Multikulturelles Zusammenleben ist längst Realität in unserer Gesellschaft. Wie wollen und können wir im ärztlichen Versorgungsalltag den kulturell bedingten Unterschieden der Patienten_innen gerecht werden? 
Patienten mit anderen kulturellen Hintergründen bedeuten für medizinische Einrichtungen und deren Beschäftigte in der Versorgung und der begleitenden psychosozialen Betreuung ihrer Patienten immer wieder besondere Belastungen. Dabei stellt die Sprachbarriere nur eine Hürde da, ist aber bei Weitem nicht das einzige Problem. Unterschiedliche Essgewohnheiten, religiös bedingte Rituale und Verbote sowie Missverständnisse aufgrund von unterschiedlichen Bedeutungszuschreibungen stellen die Behandelnden vor besondere Herausforderungen. 
Ziel dieser Veranstaltung ist es nicht, für alle Probleme letztendliche Lösungen zu finden, sondern es geht vor allem darum, die unterschiedlichen Aspekte im Umgang mit Menschen mit Migrationshintergrund zu beleuchten. Mit dieser Fortbildungsveranstaltung möchten wir Sie dabei unterstützen, im Zusammentreffen mit Patienten aus unterschiedlichen Kulturkreisen sicherer zu werden. Wir freuen uns auf die Begegnung mit Ihnen zu diesem spannenden Themenkomplex.
Die Akademie für medizinische Fortbildung der ÄKWL und der KVWL und die Trauerarbeit Hattingen e. V. heißen Sie zu der Veranstaltung in Witten herzlich willkommen.  
 
 

Inhalte und Referent/innen der Fortbildung 

Prof. Dr. med. Andreas Tromm leitet durch den Nachmittag mit verschiedenen Vorträgen zu den Themen „Neue Herausforderungen brauchen neue Herangehensweisen“, „Arbeit mit dem Fremden – Transkulturalität in der ärztlichen Praxis“, „’Ich und Selbst’ als Orientierungshilfe im Umgang mit Andersheit“ und „Pflege begegnet Menschen mit unterschiedlichen kulturellen Wurzeln“. Die Fortbildung wird von einem Imbiss und Musik von Klavier begleitet.

 

Neue Herausforderungen brauchen neue Herangehensweisen 

Ein ganzheitlicher Ansatz von Versorgung und Begleitung umfasst neben medizinischen und psychosozialen auch spirituelle Aspekte. Doch wie kommt man im professionellen Kontext darüber sensibel und patientenorientiert ins Gespräch?

Prof. Dr. Nahamm Kim, 
Marburg, 
Theologin, 
Lehrstuhl für Praktische Theologie, 
Evangelische Hochschule Tabor in Marburg, 
Mitglied im Arbeitskreis für Diversity der Deutschen Gesellschaft für Pastoralpsychologie, 
der Deutschen Gesellschaft für Missionswissenschaft (DGMW)
 
 

Arbeit mit dem Fremden – Transkulturalität in der ärztlichen Praxis

Die Begegnung mit Menschen mit Migrationshintergrund bringt naturgemäß die Auseinandersetzung mit fremden Kulturen mit sich aber auch den dabei bewusstwerdenden Umgang mit der eigenen Kultur. Für Ärzte_innen und Therapeuten_innen, die mit Menschen mit Migrationshintergrund arbeiten, kann dies eine zusätzliche neu wahrgenommene Belastung darstellen. Wie können wir durch kultursensible Herangehensweise Patienten in ihrem Kontext verstehen und ihnen die Behandlungsziele und -vorgehen vermitteln? Durch regelmäßige Psychohygiene und Stärkung der eigenen Resilienz kann nicht nur der begegnende Umgang mit sich und dem fremden in einer transkulturellen Situation ermöglicht werden, sondern sogar kreativ ausgebaut werden. 
 
Dr. disc. pol. Dipl. Psych. Ibrahim Özkan, 
Göttingen, 
Ltd. Psychologischer Psychotherapeut des Schwerpunktes für 
Kulturen, Migration und psychische Krankheit im Asklepios Klinikum Göttingen, 
Mitbegründer und Vorstandsmitglied des Dachverbandes, Psychiatrie, Psychotherapie 
und Psychosomatik im deutschsprachigen Raum (DTPPP), 
wissenschaftlicher Beirat des NTFN (Netzwerk traumatisierter Flüchtlinge in Niedersachsen)
 
 

’Ich und Selbst’ als Orientierungshilfe im Umgang mit Andersheit

Kultursensible Aspekte brauchen eine sensible und kontexteinbindende Wahrnehmung. In der Unterscheidung zwischen den Persönlichkeits-systemen des denkenden Ich und des fühlenden Selbst werden Wahrnehmungs- und Kommunikationsmöglichkeiten deutlich, die im Umgang mit Menschen aus verschiedenen Kulturen bei einer lebensverkürzenden Diagnose hilfreich sein können.
 
Dipl. Soz. Päd. Manfred Hillmann, B.A., 
Münster, 
Logotherapeut, 
Leiter des Nordwestdeutschen Instituts für Logotherapie und Persönlichkeitstraining (NILP), 
Mitbegründer der Hospiz-Hilfe Meppen e.V., 
Dozent an der Westfälischen-Wilhelms-Universität Münster, 
Beruflicher Schwerpunkt: Fortbildungen in der Hospizarbeit, 
Logotherapie und PSI-Theorie in der Trauerarbeit
 
 

Pflege begegnet Menschen mit unterschiedlichen kulturellen Wurzeln

Pflegende pflegen seit vielen Jahrzehnten Menschen aus unterschiedlichen Kulturen, die über verschiedene Versorgungsvorstellungen verfügen. Dabei sind sehr häufig nicht nur die landestypischen Wertevorstellungen von Bedeutung, sondern jeweils auch noch die individuellen Erfahrungen, die diese Menschen mit in die Pflegesituation einbringen. Darüber hinaus gehen Personen mit einer lebensbedrohenden Diagnose sehr unterschiedlich um. Das bedeutet, Pflegende müssen über ein hohes Maß an Wahrnehmung der betroffenen Person verfügen und kulturellen Bedürfnissen respektvoll begegnen.

Prof. Dr. med. Christel Bienstein, 
Witten-Herdecke, 
Präsidentin des Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK), 
Gründerin und bis 2018 Leiterin des Departments Pflegewissenschaft
(vormals Institut für Pflegewissenschaft) der Universität Witten Herdecke
 
 

Wissenschaftliche Leitung / Organisation

 
Prof med. Andreas Tromm 
(Chefarzt der Klinik für Innere Medizin am Ev. Krankenhaus Hattingen gGmbH, Vorsitzender Trauerarbeit Hattingen e.V., Hattingen)
 
Annedore Methfessel
(Evangelische Theologin und Pastoralpsychologin, Lehrsupervisorin DGfP, Geschäftsführung Trauerarbeit Hattingen e.V., Hattingen)
 
Annette Wagner 
(Diakonin und Pädagogische Leitung des Kinder- und Jugendtrauerzentrums traurig-mutig-stark, Witten)
 
Elisabeth Borg 
(Leiterin Ressort Fortbildung, Ärztekammer Westfalen-Lippe)

 

 
 
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